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Bischof Joseph "Moto-Moto" Dupont
Vikar des Vikariats Nyassa 1897-1911

Geboren am 23.7.1850 in Gesté, Diözese Angers (Frankreich)
1878 Priesterweihe
1879 Weißer Vater
1885 nach Ostafrika: Tanganika (Tanzania) dann Nyassa (Malawi)
12.5.1895 Pater Dupont wird Nachfolger von Van Oost, dem ersten Superior der Weißen Väter in Sambia.
1897 Apostolischer Vikar von Nyassa und Titularbischof von Thibar
1911 resigniert als Bischof
Gestorben 19.3.1930 in Thibar/Tunesien
2000 Überführung der sterblichen Überreste von Tunesien nach Kasama. Am 15. Dezember 2000 wird der Sarg in Chilubula wieder beerdigt. Der Sarg besuchte Chilonga und die neugebaute Kathedrale in Mpika.


Wie fing alles an? Eigentlich mehr ein Zufall, oder sagen wir besser Gottes Fügung. Im Jahre 1891 waren drei Missionare auf dem Weg von Karonga im heutigen Malawi nach Mpulungu am Tanganika See. Zu Fuß natürlich. Sie benutzten die "Stephenson Road" eine Handelsstraße, etwas breiter als ein Wanderweg. Bei Mambwe-Mwela, einer kleinen Handelsniederlassung wurde einer der Weißen Väter krank. Man mußte die Regenzeit dort verbringen. Das sind einige Monate, genauer gesagt ein halbes Jahr. Diese Zeit nutzen sie um Sklaven frei zu kaufen und ihnen Katechismus Unterricht zu erteilen. Im Inneren Afrikas war um diese Zeit die Sklaverei noch in vollem Gang. Die Häuptlinge konnten so ungeliebte Charaktere mit einem Zugewinn loswerden, es gab ja bei den meisten Stämmen keine Gefängnisse. Außerdem konnten räuberische Stämme so ihren Lebensunterhalt bestreiten; man konnte Sklaven gut eintauschen gegen Stoffe, Waffen, Glasperlen und viele andere begehrte Sachen. Man verkaufte meist an die Araber, oder aber an andere Stämme.

Die ersten Christen Sambias waren also freigekaufte Sklaven. Die drei Missionare erhielten nach ihrem Zwangsaufenthalt von Cardinal Lavigerie, dem Gründer der Weißen Väter, die Erlaubnis ins Bemba Land vorzudringen. Keine leichte Aufgabe, wurden doch die Bemba von allen gefürchtet. Sie waren die Krieger und Räuber des Zentralafrikanischen Hochlands.

1894-95 brachte eine Hungersnot unter den Bemba die erste Begegnung. Die Bemba kamen und erbettelten Essen und Hilfe bei den Missionaren. Im Juli 1895 erlaubte Häuptling Makasa den Missionaren in seinem Land zu leben. Am 15. September wird in Mambwe alles gepackt. Moto-Moto zieht um ins Bemba Land. Die erste Missionsstation wird 1897 von Moto-Moto gegründet, Kayambi. Sie steht noch heute. Mit den Missionaren gehen 263 losgekaufte Sklaven. Sie sind die ersten Christen, aus ihnen rekrutieren die Missionare auch die ersten Katechisten. Bald wird die erste Krankenstation gebaut, dann folgt die erste Schule für Jungen.

In Kayambi wird Dupont der Missionar zum Bischof geweiht, auf einer Seifenkiste. Der legendäre Pater Dupont, von den Eingeborenen nur Motomoto genannt, das bedeutet Feuer-Feuer muß schon ein imposanter Mann gewesen sein. Unter seiner Führung breitet sich das Christentum schnell aus. Er gründet immer neue Missionsstationen, Krankenstationen und Katechistenschulen. In den neuen Christendörfern herrscht strenge Disziplin. Eine kleine Geschichte aus dem Kayambi Tagebuch beleuchtet das sehr eindrucksvoll:

3.9.1897: "Ein Bemba, 25 Jahre alt, war vor einiger Zeit nach Kayambi gekommen, zusammen mit seiner Frau, um unter uns zu leben. Eines Tages bringt er seine zweite Frau an. Excellenz (das ist Motomoto) macht ihm verständlich, daß wir sowas nicht dulden. Wir erlauben keine Polygamie. Aber weder er noch seine 2. Frau wollen davon hören. Was tun? Wir sitzen zusammen und planen einen Coup. In der Nacht (der Bischof ist auch dabei!) kidnappen wir seine zweite Frau aus der Hütte und verheiraten sie mit einem anderen Bemba, der keine hatte. Die Sache ist erledigt und alle sind zufrieden."

1907 wird die Bischofkirche in Kayambi fertiggestellt und Kaymbi blüht auf. Die Kirche ist das Zentrum der Mission, schön und hoch gebaut. Andere Missionen folgen...


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